Glossar

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A

Abklatschprobe
Methode zur mikrobiologischen Untersuchung von Oberflächen. Mit Hilfe von Kontaktplatten oder Tupfern wird überprüft, ob Reinigung und Desinfektion wirksam sind.

Aerosol
Fein verteilte Flüssigkeitspartikel in der Luft, die beim Betrieb wasserführender Anlagen entstehen können. Aerosole sind relevant für die Übertragung von Legionellen.

Akkreditierung (DIN EN ISO/IEC 17025)
Formeller Nachweis der fachlichen Kompetenz eines Prüflabors. Akkreditierte Labore arbeiten nach geprüften Verfahren und unterliegen regelmäßigen Kontrollen.

Alarmwert
Wert, bei dessen Überschreitung unverzüglich Maßnahmen erforderlich sind. Er signalisiert ein akutes hygienisches Risiko.

B

Badewasser
Wasser in Schwimm-, Therapie- und Badebecken sowie in Whirlpools und Spa-Anlagen. Es unterliegt speziellen hygienischen und technischen Anforderungen.

Biofilm
Mikrobielle Beläge auf Oberflächen wasserführender Systeme. Biofilme begünstigen die Vermehrung von Keimen wie Legionellen.

Brunnenwasser
Grund- oder Quellwasser aus eigenen Brunnen. Bei Nutzung als Trinkwasser gelten besondere Anforderungen an Überwachung und Analytik.

C

Cyanobakterien (Blaualgen)
Mikroorganismen in stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Einige Arten bilden gesundheitlich relevante Toxine.

D

DGfdB R 65.04
Regelwerk der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen zur Funktionsprüfung von Badewasseraufbereitungsanlagen.

DIN 19643
Technische Regel für die Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser. Sie beschreibt Anforderungen an Wasserqualität, Technik und Betrieb.

E

EU-Badegewässerrichtlinie
Europäische Richtlinie zur Überwachung und Bewertung der Qualität von Badegewässern. Sie legt Untersuchungsparameter, Grenzwerte und Berichtspflichten fest.

F

FLL-Empfehlungen
Regelwerk der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. für Planung, Bau und Betrieb von Naturbädern und Badeteichen.

Funktionsprüfung
Überprüfung, ob technische Anlagen unter Betriebsbedingungen ordnungsgemäß funktionieren. Sie umfasst die Bewertung einzelner Komponenten und ihres Zusammenspiels.

G

Gefährdungsbeurteilung
Systematische Bewertung möglicher hygienischer Risiken in Anlagen oder Prozessen mit dem Ziel, geeignete Maßnahmen abzuleiten.

Grenzwert
Rechtlich oder technisch festgelegter Wert, der nicht überschritten werden darf und dem Schutz von Gesundheit und Umwelt dient.

H

Hygienekonzept
Dokumentiertes Maßnahmenpaket zur Sicherstellung hygienischer Bedingungen, einschließlich Reinigung, Desinfektion und Überwachung.

Hygiene-Monitoring
Systematische und fortlaufende Überwachung hygienerelevanter Parameter anhand definierter Probenahmen und Bewertungskriterien.

I

ICP-MS
Induktiv gekoppelte Plasma-Massenspektrometrie. Hochsensitives Verfahren zur Bestimmung von Metallen und Spurenelementen.

K

Keimzahl
Anzahl lebensfähiger Mikroorganismen in einer Probe. Sie dient als allgemeiner Indikator für die mikrobiologische Wasserqualität.

Kontaminationsquelle
Ursprung einer mikrobiologischen oder chemischen Belastung, z. B. Biofilm, Stagnation oder ungeeignete Materialien.

L

Legionellen
Bakterien, die sich in warmen, wasserführenden Systemen vermehren können. Sie können beim Einatmen von Aerosolen schwere Atemwegserkrankungen verursachen.

M

Maßnahmenwert
Konzentrationswert, bei dessen Überschreitung Maßnahmen erforderlich sind. Er dient der Ableitung von Handlungsbedarf.

Monitoringplan
Festgelegter Plan zur regelmäßigen Überwachung hygienerelevanter Parameter inklusive Probenahmestellen und Intervallen.

N

Nassabscheider
Anlage zur Abscheidung von Stoffen aus Abluftströmen unter Einsatz von Wasser. Sie fällt unter die 42. BImSchV.

O

Oberflächenhygiene
Zustand von Oberflächen in Bezug auf mikrobiologische Sauberkeit, überprüft z. B. mittels Abklatschproben.

P

Probenahme
Fachgerechtes Entnehmen von Wasser- oder Oberflächenproben nach festgelegten Regeln. Voraussetzung für aussagekräftige Ergebnisse.

Probenahmeplan
Dokument, das Art, Umfang und Zeitpunkt der Probenahme festlegt und Grundlage des Hygiene-Monitorings ist.

R

Risikoanalyse
Systematische Untersuchung möglicher Gefährdungen, ihrer Ursachen und Auswirkungen. Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung.

S

Schwermetalle
Metalle wie Blei, Kupfer, Nickel oder Cadmium, die gesundheitlich relevant sein können.

Stagnation
Stillstand von Wasser in Leitungen oder Anlagenteilen, der Biofilmbildung und Keimvermehrung begünstigt.

T

Trinkwasser
Wasser für den menschlichen Gebrauch, das den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entsprechen muss.

Trinkwasserinstallation
Gesamtheit aller Leitungen, Speicher und Armaturen innerhalb eines Gebäudes.

Trinkwasserverordnung (TrinkwV)
Rechtsverordnung, die Anforderungen an Qualität, Überwachung und Untersuchung von Trinkwasser festlegt.

Technischer Maßnahmenwert
Orientierungswert aus technischen Regelwerken zur Bewertung des Handlungsbedarfs.

42. BImSchV
Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider zum Schutz vor Legionellen.

U

Umweltanalytik
Untersuchung von Wasser, Boden, Schlämmen und weiteren Umweltmedien zur Bewertung von Belastungen.

Umweltmatrix
Bezeichnung für das untersuchte Medium, z. B. Wasser, Boden oder Schlamm.

V

Verdunstungskühlanlage
Technische Anlage zur Kühlung, bei der Wasser verdunstet und Aerosole freigesetzt werden können.

Validiertes Verfahren
Analytisches Verfahren mit nachgewiesener Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Reproduzierbarkeit.

Vor-Ort-Begehung
Besichtigung einer Anlage zur Erfassung technischer und hygienischer Rahmenbedingungen.

Wasserführende Anlagen
Technische Systeme, in denen Wasser gespeichert oder zirkuliert, z. B. Trinkwasser-, Bade- oder Kühlsysteme.

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